Gehirn 4.0: Droht uns die digitale Demenz?

Gehirn 4.0: Droht uns die digitale Demenz?

(Bildquelle: @pixabay Gerd Altmann)

Wenn wir wissen, wie unser Gehirn tickt, sind wir auf der sicheren Seite. Dann bilden unser analoges Gehirn und unsere digitalen Zeiten sogar eine perfekte Kombination. Wie das am besten gelingt weiß Personal Brain Coach Julia Kunz.

“Prinzipiell ist unser Gehirn extrem wandelbar und anpassungsfähig. Es ist zu grandiosen Leistungen fähig, wenn wir es richtig benutzen”, davon ist Julia Kunz überzeugt. Als Master of cognitive neuroscience kennt sie die Gehirn-Basics: “Wichtig ist die Grundversorgung. Ausreichend Getränke über den Tag verteilt und eine ausgewogene Ernährung bilden die Basis für einen konzentrierten und fokussierten Alltag.” Funktioniert unser Gehirn gut, schüttet es in den richtigen Maßen Botenstoffe und Hormone aus: Serotonin sorgt dafür, dass wir uns wohl fühlen und guter Stimmung sind. Wenn wir ins Tun kommen wollen, brauchen wir Dopamin. Glückshormone, sogenannte Opioide, folgen, wenn wir ein Ziel erreicht haben. “Ein weiterer wichtiger Faktor für die Leistungsfähigkeit unseres Gehirns ist der Stresslevel”, so die Expertin, “mäßiger Stress macht uns aufmerksam. Wird der Stress hingegen zu viel, werden wir unkonzentriert und vergesslich. Sehr starker Stress über lange Zeit schädigt sogar das Gehirn.” Fakt ist auch, dass unser Gedächtnis umso besser arbeitet, je mehr wir es nutzen. Allerdings schafft es nur ein Bruchteil unserer Eindrücke ins Bewusstsein. Viele Faktoren müssen sogar stimmen, damit wir etwas langfristig abspeichern. Neben dem richtigen Hormoncocktail und mäßigem Stress vor allem Interesse, vorhandenes Wissen sowie die richtige Dosis an Informationen.

Apropos Wissen
Ein Vorteil der Digitalisierung ist, dass das Wissen dieser Welt in nie vorstellbarem Ausmaß immer zur Verfügung steht. Während wir früher auf der Suche nach Antworten Bücher durchforstet haben, googeln wir jetzt. Weil dieser ausgelagerte Teil unseres Gedächtnisses immer verfügbar ist, machen wir uns nicht mehr die Mühe, uns etwas zu merken. Julia Kunz warnt genau davor: “Für unser Gehirn ist das fatal! Und es hilft nur eines: Denken Sie lieber einmal bewusst nach. Sie werden sich erinnern, wenn Sie Ihrem Gedächtnis eine Chance dazu geben.”

Warum Homeoffice uns erst in Alarm versetzt und dann auch noch müde macht
Das Homeoffice gehört zu unserer neuen Realität. Ebenso der ständige Alarm-Modus, weil wir uns mit der Familie nebenan nicht voll und ganz auf das konzentrieren können, was ansteht. “Unser Gehirn hat auch aus weiteren Gründen zuhause mehr Stress”, erklärt Julia Kunz. “Statt Kuschelhormone wie Oxytocin auszuschütten, wenn wir uns beim analogen Meeting die Hand geben, sind – wie oben beschrieben – die Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin angesagt. Statt im kurzen Smalltalk vor dem Meeting die Atmosphäre und Stimmung der Kolleginnen und Kollegen auszuloten, versucht unser Gehirn, neben der Konzentration auf das Inhaltliche, am Bildschirm alle Teilnehmer im Blick zu haben. Auch nach einem langen virtuellen Meeting wissen wir oft nicht, wie es den anderen wirklich geht.”

Der neu entstandene Begriff “Zoom-Fatigue” (Zoom-Müdigkeit) beschreibt die Tatsache, dass wir Webmeetings als extrem ermüdend empfinden. Das Problem ist, dass unser Gehirn in “normaler, analoger” Kommunikation aus der Körpersprache des Gegenübers Informationen sammelt und wir deshalb in einer bestimmten Art und Weise reagieren. Online sehen wir oft nur den Kopf unserer Gesprächspartner. Wir hören den Atem nicht, wir sehen die Mikromimik nicht. Unser Gehirn versucht während Online-Meetings die ganze Zeit, nonverbale Signale zu erkennen – ohne Erfolg. Dafür verbraucht es ziemlich viel Energie. Und das macht müde.

Digitalisierung vermehrt ineffizientes Multitasking
Nehmen wir an einem Webmeeting teil, checken wir häufig wenigstens kurz E-Mails oder WhatsApp. Das gibt uns das Gefühl, effizient zu sein. Für unser Gehirn heißt das: Multitasking. Julia Kunz dazu: “Das funktioniert nicht! Wenn wir konzentriert und effizient arbeiten wollen, geht das nur an einer einzigen Aufgabe. Sobald eine andere dazukommt, sind wir nicht mehr aufmerksam bei der Sache.” Das merken wir spätestens dann, wenn wir die E-Mail, die wir während eines Telefongesprächs geschrieben haben, noch einmal senden müssen, weil wir den Anhang vergessen haben. Julia Kunz rät: “Gehirngerecht arbeiten bedeutet, eine Aufgabe nach der anderen erledigen, nicht gleichzeitig.”

Virtuelles Teamwork und digitale Meetings – was macht das mit unserem Gehirn? Droht uns die “digitale Demenz”? Bekommen wir die Digitalisierung und unser Steinzeithirn zusammen? Julia Kunz gibt die Antwort: “Ja, es kann funktionieren. Allerdings nur, wenn wir erst unser Gehirn einschalten und dann unsere digitale Welt betreten.” Mehr dazu unter www.juliakunz.de

Personal Brain Coach Julia Kunz ist Master of cognitive neuroscience und Diplom-Kulturwirtin. Sie weiß, wie das Gehirn funktioniert, warum es manchmal nicht so tickt, wie wir uns das wünschen und welche zielführenden Maßnahmen funktionieren, damit wir auch in Stresszeiten hochkonzentriert bleiben und Gesprächspartner unsere Argumentationsketten nachvollziehen können. Ihre Expertise in den Neurowissenschaften fließt in ihre Trainings und Vorträge zu Gedächtnis, Innovationsmanagement und Präsentieren ein.

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